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Kirchenkreiskonvent besucht Dresden

Nachricht 09. Juli 2015
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39 Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone des Kirchenkreises nehmen zurzeit teil an der Konventsfahrt nach Dresden. "Wie machen es die Anderen" ist das eigentliche Thema dieser Fahrten in andere Regionen. Wie fühlt sich kirchliches Leben an am östlichsten Rand der Republik? Was sind deren Rezepte in der Verkündigung des Evangeliums? Mit welchen Problemen haben sie zu kämpfen? Und was können wir daraus für die Praxis in unseren Kirchengemeinden lernen? Das sind die Fragen, um die es auch in diesem Jahr in Dresden geht.

Aber am ersten Tag stand natürlich eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. "Das Wunder von Dresden" nannte die Stadtführerin die Tatsache, dass mittlerweile eine großer Teil der im Krieg zerstörten Stadt wieder aufgebaut worden ist.

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Bei tropischen Temperaturen ging es über den Zwinger, vorbei am "Goldenen Reiter" in die Dresdener Neustadt, wo es interessante Kunstprojekte zu bestaunen gibt.

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In der Frauenkirche gab es am Abend eine Andacht und eine ausführliche Einführung in Geschichte und Gegenwart des Bauwerks. Anschließend berichtete Pastor Holger Treutmann (er stammt aus Springe) von der kirchlichen Arbeit, die natürlich durch die große Zahl der Touristen, die diese Kirche aufsuchen, geprägt ist. Beeindruckend war der  Abstieg in die Unterkirche, in der schon vor der Fertigstellung der Frauenkirche Gottesdienste gefeiert worden sind. Der künstlerisch gestaltete Altar ist in diesem Raum besonders sehenswert.

Nach dem Besuch der Frauenkirche konnte man an den Brühlschen Terrassen noch einen grandiosen Sonnenuntergang genießen.

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Der zweite Tag in Dresden

Der zweite Tag des Konvents begann mit einen morgendlichen Fußmarsch in glühender Hitze zur Kreuzkirche. Nach einer Andacht in der Kirche traf man sich in den Gemeinderäumen  zu einem Gespräch mit Superintendent Behr.

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Superintendent Behr erläutert die Struktur seines Kirchenkreises und die Arbeit in der Kreuzkirchengemeinde. Sie unterscheidet sich von der der Frauenkirche vor allem dadurch, dass hier noch eine relativ normale Gemeindestruktur vorhanden ist. Ein Schwerpunkt hier ist aber auch die Kirchenmusik. Dafür steht die gewaltige Orgel und die hervorragende Akustik der Kirche. In der sich dem Vortrag anschließenden Fragerunde ging es immer wieder auch um das Phänomen der Pegida-Bewegung.

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Zum Dank für Vortrag und Gespräch gab es ein Geschenkset mit Hildesheimer Schokolade. In weiser Voraussicht hatte es Superintendent Helmut Aßmann die Nacht über in der Minibar seines Hotelzimmers gekühlt - sonst hätte das Gebinde den Transport durch die Wüstenhizte nicht überstanden.

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Der Nachmittag begann mit einem Termin im Sächsischen Landeszentrum für Politische Bildung. Dort gab Direktor Frank Richter Einschätzungen zur politischen Lage in seinem Bundesland. Als ehemaliger Priester der röm.kath. Kirche konnte er natürlich sehr fundiert über das Verhältnis der Kirche zum Staat und ihre Bedeutung für die Gesellschaft erzählen. Seine Einschätzung der Pegida-Bewegung eröffneten noch einmal eine neue Perspektive.

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Mit einem kräftigen Applaus bedankte sich der Konvent für den kompetenten Vortrag. Und natürlich gab es auch hier wieder als Geschenk ein Hildesheimer Schokoladen Fondue.

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Nach dem Abendessen erwartete Pfarrer Eckehard Möller den Konvent in seiner Martin Luther Kirche in der Dresdener Neustadt. Jenseits der Bautzener Straße gelegen ist dieses Viertel beim Bombenangriff 1945 nur wenig zerstört worden. Allerdings gab es 1989 schon für viele Häuser ganz konkrete Abrisspläne. Zum Glück kam die "Wende" dazwischen. Mittlerweile sind viele Häuser restauriert und geben dem Quartier ein besonderes Gepräge.

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Mit großem Interesse wurden nicht nur die Ausführungen von Pfarrer Möller zum kirchlichen und sonstigen Leben in diesem Stadtviertel verfolgt, sondern auch besonders das, was er über den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zu einem Kirchspiel sagte. Die einzelnen Kirchen behalten weitgehend ihre Eigenständigkeit, arbeiten dafür aber auch ein besonderes Profil heraus. 70 Taufen im Jahr und volle Kirchen am Sonntag sprechen für den Erfolg der kirchlichen Arbeit, die sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientiert.

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Nach dem Schokoladengeschenk führte Pfarrer Möller den Konvent noch durch einige Straßen seines Quartiers und erzählte noch einiges über Geschichte und Geschichten der Häuser und seiner Bewohner.

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Der dritte Tag in Dresden

In den Räumen der Kreuzkirchengemeinde fand das Treffen mit der Politikerin Antje Hermenau von den Grünen statt. In acht Thesen legte sie ihre Sicht der politischen Lage dar und welche Rolle die Kirche in der Gesellschaft ihrer Meinung nach einnehmen müsste. Aus ihrer Sicht bestimmen zurzeit Enttäuschung und Verunsicherung die Mentalität der Bevölkerung in den östlichen Bundesländern. Die Krise in Griechenland und die Reaktion der europäischen Staaten darauf verunsichern, weil nicht mehr klar ist, in wie weit Regeln noch verbindlich sind.

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Superintendent Aßmann bedankte sich für den engagierten Vortrag natürlich mit Hildesheimer Schokolade. Frau Hermenau nahm das Geschenk gern an, erinnerte es sie doch an einen Aufenthalt im Kloster Marienrode, der für ihr Leben eine große Bedeutung hatte.

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Am Nachmittag stand ein Besuch in der Dresdener Synagoge und ein Gespräch mit Rabbi Nachama auf dem Programm. Der achitektonisch beeindruckende Bau steht auf dem Gelände der alten Synagoge, die in der Reichprogromnacht zerstört worden ist.

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Männer müssen in der Synagoge eine Kopfbedeckung tragen - als Zeichen der Demut und desRespekts vor dem Heiligen. Das ist zwar kein biblisches Gebot, hat sich aber im Laufe der Religionsgeschichte so entwickelt, wie Rabbi Nachama erklärte.

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Rabbi Nachama erklärte das Innere der Synagoge und welche Bedeutung die einzelnen Elemente für den Gottesdienst haben. Kostbarster Schatz jeder Synagoge sind die Torarollen. Das Abschreiben einer Rolle dauert ungefähr ein Jahr - deswegen hat sie ihren Preis. Die Synagogengemeinde hat in Dresden ca. 770 Mitglieder und hat eine eher liberale Ausrichtung. Deswegen gibt es auch gute Kontakte zu Kirchen und auch zur muslimischen Gemeinde.

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"Ist Schkolade irgendwie koscher relevant?" fragt Superintendent Aßmann. Rabbi Nachama muss lächeln. Nein, er könne die Schokolade unbeschwert genießen. Der Konvent spendet lang anhaltenden Beifall.

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Lass mich dein sein und bleiben - der Konvent singt in der Frauenkirche

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Die Glocke der Kreuzkirche in Aktion - aus nächste Nähe