„In Taizé ist alles anders“, sagt Pastor Lutz Krügener. Als 18-Jähriger hat er zum ersten Mal diesen Ort besucht: ein Kloster in einem kleinen französischen Dorf, jedes Jahr Treffpunkt für Tausende Jugendliche. Sein Bruder hatte es ihm empfohlen: „Ich glaube, das wird dir gefallen.“ Er hatte Recht. „Taizé war für mich ganz wesentlich. Ich wusste vorher ja gar nicht, dass ich Pastor werden will“, sagt Krügener. Mehr als 20 Mal war er inzwischen dort, allein, mit seiner Frau, als Familie und als begleitender Pastor mit Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dieses Jahr im August, ein letztes Mal vor seinem Ruhestand, will er wieder eine Reise nach Taizé anbieten.
Was Reisende erwartet, was den besonderen Zauber von Taizé ausmacht, scheint gar nicht so leicht zu erklären. „Am Anfang ist es überwältigend“, sagt Alina Clauswitz. Wie ihre Freundin Nele Rettig hat sie im Herbst 2022 und zu Ostern 2023 Taizé besucht. Die beiden 21-Jährigen wollen auch dieses Jahr im Sommer wieder dabei sein.
Erstmal ist es die Gemeinschaft so vieler junger Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen, was Mitfahrende fasziniert. Dann das einfache Leben, auf das sich alle einlassen: Schlafen in Mehrbettzimmern oder Gruppenzelten, Gemeinschaftsduschen, das gleiche Essen für alle – ein Gericht mit, eins ohne Fleisch. Und alle benutzen zum Essen lediglich einen Löffel: „Damit kann man auch ein Brötchen aufschneiden“, sagt Nele Rettig.