Bericht von der Synode

Nachricht Hildesheim, 02. März 2026

Kirchenkreissynode stellt sich auf tiefgreifende Einschnitte ein

Die Mitglieder der Kirchenkreissynode Hildesheim-Sarstedt haben Holger Schaper in ihrer letzten Sitzung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Schaper hatte das Amt an der Spitze der Synode, des Parlaments des Kirchenkreises, bereits nach dem Tod des früheren Vorsitzenden Jörn Surborg im vergangenen Jahr kommissarisch übernommen. Neben der Wahl des neuen Vorsitzenden stand vor allem die finanzielle und strukturelle Zukunft des Kirchenkreises im Mittelpunkt der Sitzung. Zugleich machten die Synodalen deutlich, dass dem Kirchenkreis in den kommenden Jahren weitreichende Spar- und Strukturentscheidungen bevorstehen. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Synodalen Verena Selck, Martin Meyer wurde zum Beisitzer gewählt.

Die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreisvorstands, Dr. Karin Köhler, beschrieb die finanzielle und strukturelle Lage des Kirchenkreises als äußerst angespannt. Die Zahl der Gemeindemitglieder sei in den vergangenen Jahren von rund 60.000 auf 45.000 gesunken, im nächsten Planungszeitraum werde ein weiterer Rückgang auf etwa 40.000 erwartet. Gleichzeitig führten steigende Personalkosten dazu, dass Einsparungen in erheblichem Umfang notwendig würden. Rechnerisch wird künftig eine Pfarrstelle für deutlich mehr Gemeindemitglieder zuständig sein als bisher. Die Zahl der finanzierbaren Pfarrstellen wird sich damit perspektivisch deutlich verringern. Als Beispiel für bereits angestoßene Veränderungen nannte Köhler die Region Hildesheim Süd: „Wir bewegen uns dort bereits gut aufeinander zu.“

Um die anstehenden Veränderungen zu bewältigen, seien zwei parallele Arbeitsprozesse erforderlich, sagte Köhler. Eine Arbeitsgruppe solle die kirchlichen Strukturen grundlegend neu denken, parallel müsse die Arbeitsgruppe zum Gebäudebedarfsplan Sakral ihre Planungen überarbeiten. „Wir setzen auf Austausch und Ehrlichkeit“, betonte sie.

Die stellvertretenden Superintendenten unterstrichen die Dringlichkeit der anstehenden Entscheidungen. Pastorin Anke Garhammer-Paul machte deutlich, dass freiwerdende Stellen künftig nicht mehr selbstverständlich neu besetzt werden könnten. „Wir müssen jetzt die Dinge in die Hand nehmen und weit vorausdenken“, sagte sie. Zwar gehörten zu Strukturveränderungen tragfähige Leitbilder, entsprechende Überlegungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Pastor Dr. Janis Berzins verwies unter anderem auf die erfolgte Neubesetzung der Intendanz im Literaturhaus und betonte, Maßstab aller Entscheidungen müsse die Frage sein: „Wo ist Kirche lebendig?“ Veränderungen seien schmerzhaft und erforderten Mut – insbesondere dann, „wenn wir uns irgendwann von Dingen trennen müssen, die wir richtig gut finden“. Zugleich soll es in den künftigen Diskussionen nicht nur um Einsparungen gehen, sondern vor allem darum, Strukturen zu finden, in denen gute Arbeit stattfinden kann.

Weitere Tagesordnungspunkte waren Berichte aus Ausschüssen und Einrichtungen des Kirchenkreises, darunter die Evangelische Familienbildungsstätte sowie der Kinder- und Jugendausschuss. Zudem stellten sich die neu gewählten und berufenen Mitglieder der Landessynode vor: Pastorin Hanna Dallmeier, Dr. Friederike Fetting, Daniel Thomas Purmann und Pastor Peter Borcholt. Zugleich dankten die Synodalen den bisherigen Landessynodalen Dr. Karin Köhler und Pastorin Uta Giesel für ihre langjährige engagierte Mitarbeit. Die Mitglieder der Kirchenkreissynode verständigten sich darauf, die anstehenden Prozesse transparent und im Dialog zu gestalten, um kirchliches Leben unter veränderten Rahmenbedingungen zukunftsfähig aufzustellen.

Von Heribert Schlensok