Herr Ehrenberg-Kempf und Herr Pastor Noß-Kolbe, was leistet der Blues im Karfreitagsgottesdienst anders als klassische Formen – und warum ist genau das heute wichtig, um Menschen zu erreichen?
Blues ist aktueller als klassische Formen. Er ist nah dran am Lebensgefühl vieler Menschen, die direkt an diesen Sound anschließen können. Bekannte Lieder wie „Go down Moses“ und „Nobody knows the troubles I´ve seen“ sind live zu hören. Und ein altes Lied von Paul Gerhardt wird ganz neu arrangiert gesungen und damit sehr gegenwärtig. Wir denken, dieser Gottesdienst hat eine sehr zeit- und sachgemäße Form, um Karfreitag modern zu feiern.
Viele suchen nach authentischen Zugängen zu existenziellen Themen wie Leid und Hoffnung: Wie hilft Ihr Format, diese Erfahrungen verständlicher und persönlicher zu machen?
Leid und Trauer finden hier eine eigene Stimme. Unser Format will einen neuen Blick oder besser einen neuen Ton für diese biblische Leidensgeschichte zum Klingen bringen. Die Herkunft des Blues aus den Spirituals soll den Weg aus der Sklaverei in die Freiheit hörbar machen.
Ist „Blues am Karfreitag“ für Sie ein einmaliges Format – oder ein Beispiel dafür, wie sich Kirche insgesamt weiterentwickeln muss, um anschlussfähig zu bleiben?
Hoffentlich nicht einmalig. Wenn die Töne Resonanz finden, kann sich noch mehr entwickeln. In Lamberti feiern wir zu Weihnachten auch Jazz-Gottesdienste wie in anderen Kirchen zu Pfingsten.
Blues am Karfreitag zur Sterbestunde
Musikalischer Gottesdienst
Pastor Peter Noß-Kolbe und Kreiskantor Mario Ehrenberg-Kempf
Karfreitag, 3. April 2026, 15 Uhr
St. Lamberti Hildesheim