Hildesheim. Die Mitglieder der Kirchenkreissynode Hildesheim-Sarstedt haben einen Zukunftsprozess für die kommenden Jahrzehnte auf den Weg gebracht. Das Kirchenparlament des evangelischen Kirchenkreises richtete eine Steuerungsgruppe ein und unterstützte das Verfahren für einen Gebäudebedarfsplan der Sakralgebäude. Die stellvertretende Superintendentin Anke Garhammer-Paul machte die Herausforderung deutlich: „Die zentrale Frage lautet: Wie können wir kirchliches Leben und Gemeindearbeit in Zukunft gestalten?“ Vor dem Hintergrund knapper werdender Ressourcen diskutierten die Synodalen über künftige Strukturen, Gebäude und personelle Perspektiven des Kirchenkreises.
Mit einem Perspektivprozess wollen die Verantwortlichen die Weichen für die Entwicklung des Kirchenkreises bis zum Jahr 2040 stellen. Im Mittelpunkt stehen künftige Strukturen, die Zusammenarbeit und neue Formen kirchlicher Arbeit. Eine neu gebildete Steuerungsgruppe soll den Prozess vorbereiten und begleiten.
In vielen Regionen werde derzeit intensiv darüber beraten, wie Zusammenarbeit künftig aussehen könne und welche Strukturen langfristig tragfähig seien, berichtete Garhammer-Paul. So beschloss die Region Süd zuletzt ihre Fusion zum 1. Januar 2027.
Ein eigenes Zukunftsthema sind die Sakralgebäude: Der Kirchenkreis muss auf Vorgabe der Landeskirche einen Gebäudebedarfsplan für seine Kirchen erarbeiten. Dabei sollen alle Kirchen kategorisiert werden. Die Einstufung entscheide künftig darüber, in welchem Umfang finanzielle Unterstützung für Erhalt und Sanierung möglich sei.
Der stellvertretende Superintendent Dr. Janis Berzins machte deutlich, dass es dabei zunächst nicht um Kirchenschließungen gehe. „Gebäudebedarfsplan heißt also noch nicht: Wir trennen uns von einer Kirche“, betonte er.
Der Gebäudebedarfsplan sieht vor, dass die Kirchengemeinden nach den Sommerferien ihre Kirchen anhand verschiedener Kriterien bewerten. Berücksichtigt werden unter anderem Nutzung, Zustand und Zukunftsperspektiven der Kirchen. Im Februar 2027 sollen die Ergebnisse auf einem gemeinsamen Klausurtag aller Regionen beraten werden. Ein endgültiger Beschluss über den Gebäudebedarfsplan ist für die Synode im Sommer 2027 vorgesehen.
Dennoch werde sich der Kirchenkreis angesichts sinkender finanzieller und personeller Ressourcen langfristig von bisherigen Selbstverständlichkeiten verabschieden müssen. Nach Einschätzung von Berzins sei in den kommenden zehn bis 15 Jahren mit einem Rückgang der verfügbaren Ressourcen um rund 30 Prozent zu rechnen.