Kirchengemeinden im Süden Hildesheims fusionieren zur Trinitatis-Gemeinde

Nachricht Hildesheim, 22. Dezember 2025

Die Gemeinden Paul Gerhardt, Matthäus und Katharina von Bora schließen sich zusammen – Festgottesdienst am 11. Januar 2026

Sie sind das Pastorinnen-Team für die neue Trinitatis-Kirchengemeinde: Doris Escobar und Uta Giesel. Foto: Wiebke Barth

Im Süden Hildesheims entsteht eine neue Kirchengemeinde: Die drei evangelisch-lutherischen Gemeinden Paul Gerhardt am Galgenberg, Matthäus auf der Marienburger Höhe und Katharina von Bora in Itzum fusionieren zum 1. Januar 2026 zur Trinitatis-Gemeinde. Die Pastorinnen Doris Escobar und Uta Giesel werden sich die seelsorgerlichen Aufgaben für die rund 5500 Gemeindemitglieder der Region Süd einschließlich Egenstedt teilen.

Der Zusammenschluss hatte sich schon lange abgezeichnet: Seit 2012 arbeiten die Gemeinden als Verband zusammen. Die Kooperation erleichterte beispielsweise die gemeinsame Planung von Investitionen in Gebäude oder die Einstellung von Mitarbeitenden für Küsterdienste und Kirchenmusik. Im Herbst 2024 wurde dann der Beschluss gefasst, den nächsten Schritt zu tun und bis 2026 die Fusion umzusetzen.

Einen Anstoß gab die Vakanz der Pfarrstelle in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. Nachdem Pastor Rainer Schwartzkopff Anfang 2024 in den Ruhestand gegangen war, fanden sich kein Nachfolger und keine Nachfolgerin. Doris Escobar hat für die Vakanzvertretung ihre Dreiviertel- zu einer vollen Stelle aufgestockt. Zudem war den Beteiligten klar, dass im nächsten Planungszeitraum für den Haushalt des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt ab 2029 Einsparungen in der Region Süd unumgänglich sein würden – warum also nicht die Veränderungen vorziehen? „Durch den frühen Entschluss hatten wir mehr Gestaltungsspielraum“, erklärt Pastorin Escobar.

So ermöglichen die freigewordenen Mittel der Vakanz, eine Gemeindeassistentin oder einen Gemeindeassistenten einzustellen, um Pastorinnen und Kirchenvorstand von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Die halbe Stelle ist für die nächsten zehn Jahre gesichert, erläutern Escobar und Giesel. Sie werden zu zweit künftig für die gesamte Trinitatis-Gemeinde im Einsatz sein und freuen sich darauf: „Es ist toll, wenn man sich im Team ergänzen kann“, sagt Uta Giesel.

In den neuen Kirchenvorstand werden die drei bisherigen Kirchenvorstände jeweils drei Vertreter oder Vertreterinnen entsenden, wobei ein Platz bisher noch unbesetzt ist.  Alle von Ehrenamtlichen geleiteten Gruppen und Kreise der Ortsteams bleiben bestehen. Auch die Kindergottesdienste in Paul Gerhard und Katharina von Bora sowie der Familiengottesdienst in Matthäus werden weiterhin angeboten. Der übergreifende Konfirmanden- und Konfirmandinnen-Unterricht hat mit dem aktuellen Jahrgang im Herbst schon begonnen. Die Jugendlichen sollen sich während der zweijährigen Konfirmandenzeit mit allen drei Kirchorten vertraut machen. Auch ein neues Logo hat sich die Trinitatis-Gemeinde gegeben, es zeigt Kreuz, Herz und Anker als Symbole für Glauben, Lieben, Hoffen: „Denn das ist es ja, was wir vermitteln wollen“, sagen Escobar und Giesel.

Bei einem Zukunftstag am Samstag, 17. Januar, können sich Ehrenamtliche und alle, die es werden wollen, über die bestehenden Angebote der Trinitatis-Gemeinde informieren und austauschen und eigene Wünsche und Vorstellungen einbringen. Für den Workshop können sich Interessierte schon jetzt in den Gemeindebüros anmelden.

Aber zuerst wird gefeiert: Am Sonntag, 11. Januar, um 10.30 Uhr, findet in der Paul-Gerhardt-Kirche ein Festgottesdienst statt. Regionalbischof i.R. Dr. Hans Christian Brandy wird die Predigt halten, Chor und Posaunenchor sorgen für festliche Klänge. Im Anschluss findet ein Empfang im Gemeindesaal statt.   Wiebke Barth